Historischer Überblick

Geodaten:   

Ysenberch, Isenburg, Eisenbergum - so wird die Stadt in alten Chroniken genannt. Schon die Geschichtsschreiber vergangener Jahrhunderte rätselten über die Herkunft dieses Namens. Sie vermuten, dass er Ausdruck für die starke Stadtbefestigung war oder auf den Eisenbergbau zurückgeht.
Eisenberg liegt auf einer Hochebene, etwa 300 Meter über dem Meeresspiegel. Das Gelände fällt im Norden, Osten und Süden schroff in ein Tal ab, das nordöstlich der Stadt vom Malzbach durchflossen wird. Archäologische Funde belegen, dass die Besiedlung dieses Gebietes bis in die Altsteinzeit zurückreicht.
Zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert wurde dann nördlich der heutigen Stadt, im Tal, eine slawische Siedlung angelegt. Darauf weist der heute noch gebräuchliche Flurname Donitzschkau hin. Später befand sich in dieser Gegend die Altstadt.
Als die Wettiner im 12.Jahrhundert dieses Gebiet unter ihre Herrschaft gebracht hatten, bauten sie eine neue Stadt auf dem Berg. Sie wurde planmäßig angelegt und befand sich in der Nähe der wahrscheinlich schon bestehenden Burg. In das Jahr 1196 fällt die erste urkundliche Erwähnung von "Ysenberch". Das Stadtrecht erhielt Eisenberg im Laufe des 13.Jahrhunderts. Die erste urkundliche Bestätigung städtischer Privilegien stammt aus dem Jahr 1274.
Nachdem die Wettiner Ernst und Albrecht im Jahre 1485 in Leipzig ihr Erbe aufgeteilt hatten, gehörte Eisenberg zum ernestineschen Herrschaftsbereich. Ein Jahrhundert später erhielt die mittelalterliche Stadt ein neues Gesicht. Von der Baufreudigkeit im 16.Jahrhundert zeugen vor allem die Gebäude am Markt. Es entstanden die Renaissance - Häuser in der Schlossgasse 1 ( das "Schlagksche Haus") und am Markt 11 ( die Superintendentur). Umgebaut und erweitert wurden das Rathaus und das "Kloetznersche Haus".
Nach einer erneuten Erbteilung, diesmal unter den Söhnen Herzog Ernsts des Frommen, entstand das Herzogtum Sachsen - Eisenberg.
In seinem Herzogtum vereinigte Christian, der fünfte Sohn Ernsts, die Ämter Eisenberg, Camburg, Roda und Ronneburg. Eisenberg wurde im Jahre 1680 Residenzstadt.
In die Regierungszeit Herzog Christian fällt der Bau der barocken Schlosskapelle und der Umbau der alten Burg in ein Barockschloss.
Das Haus Sachsen - Eisenberg bestand jedoch nur bis zu seinem Tod im Jahre 1707. Danach gehörte Eisenberg wieder zum Herzogtum Sachsen - Gotha. Das Schloss wurde als Nebenresidenz weiter genutzt.
Seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert entwickelte sich Eisenberg zu einer Industriestadt. Man stellte Eisenguss- und feuerfeste Tonwaren her, Tonfliesen, Ziegel, Porzellan und Schamottewaren, Etuis, Furniere, Holzschuhe und Pantoffeln, Metallwaren, landwirtschaftliche Maschinen, Möbel und Klaviere, Platten für die Fotografie, Puppen und Spielwaren. Einige dieser Industriezweige erlangten sogar Weltruf.
Das nahe gelegene romantische Mühltal und der fast völlig erhaltene historische Stadtkern ließen den Tourismus aufleben, der auch heute noch eine wichtige Rolle spielt.
Das bürgerliche Leben war im 19. Jahrhundert geprägt durch eine Vielzahl von Vereinen. Einer der ältesten und größten Vereine, die Schützengesellschaft, baute 1821 das Schützenhaus.
Eisenbergs politische Zugehörigkeit wechselte in den vergangenen Jahrhunderten häufig. Seit 1826 gehörte es zum Herzogtum Sachsen - Altenburg. Als die herzogliche Familie im Jahre 1918 abdankte, entstand daraus der Freistaat Sachsen - Altenburg, der wiederum 1921 in den Freistaat Thüringen einging.